Very special life event for Eteri Lamoris -
birth of her son Alex !

With Fabio Luisi
Danube island festival. Wienna simphony
Special guest ETERI LAMORIS


"Appearance and vocalizing of
Eteri Lamoris was splendid.
But also she has very
captivating stage presence."


Modern version of Mascagni
"Ave Maria"
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ETERI LAMORIS
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Eteri Lamoris Leben in Gesang und Musik

ETERI LAMORIS

Zwischen Hongkong und dem Internationalen Festival in Macau uber Italien weiter nach Los Angeles reisend, um Ihren kunstlerischen Verpflichtungen nachzukommen, sind Sie noch einige Tage in Ihrem Haus in Madrid. Ein anstrengendes, ein spannendes Leben?

Anstrengend, ja und nein. Es ist eine Frage der Organisation und vor allem der Disziplin. Mein Leben ist Gesang und Musik, es macht mich glucklich zu singen, und das Wunderschone dabei ist, dass ich zusammen mit Kollegen und Orchestern auch vielen Menschen gluckliche Stunden bereiten darf. Wir leben in einer globalen Welt, uberall auf dieser Erde wird Oper gesungen, werden Konzerte gespielt, und ich freue mich, dass ich in dieser weltweiten Kultur- und Opernszene einen festen Platz gefunden habe. Ich habe bereits sehr fruh begonnen, internationale Wettbewerbe zu singen und bei neun internationalen Wettbewerben sieben Mal erste Preise gewonnen.

ETERI LAMORIS

Was hat Ihnen auf Ihrem Weg als international anerkannte Opernsangerin besonders geholfen?

In erster Linie war es meine wirklich sehr profunde Ausbildung, die ich in Georgien an der Hochschule genie?en durfte. Zum damaligen Zeitpunkt war meine Heimat Georgien noch nicht in Schwierigkeiten, wir jungen Kunstler wurden durch hervorragende gesangliche und schauspielerische Ausbildung, verbunden mit Ballett und Tanz und vor allem mit der Werkthematik, intensiv vertraut gemacht. Diese Basisausbildung gemeinsam mit den Erfahrungen bei den Wettbewerben war naturlich eine sehr hohe Erkenntnis, welche mir heute sehr zugute kommt. Durch geschickte Fuhrung von hochprofessionellen Lehrern wie Renata Scotto und Ruthilde Boesch, aber auch von meiner Mutter Lamara Tchkonia, die eine anerkannte Diva gewesen ist, habe ich vor allem eine gute Basis in der Erarbeitung von Rollen gehabt. Das schrittweise Erarbeiten von Partien, von Koloraturen, von Details erfordert nicht nur viel Kraft, sondern vor allem Disziplin und Zeit. Das Zeitmanagement ist fur uns Sanger von besonderer Bedeutung, weil wir bei Proben und auf der Buhne viel Substanz verbrauchen. Auf der Buhne leben wir auch in einer Rolle, die den Sanger nicht nur stimmlich, sondern auch korperlich voll fordert. Es ist daher ganz wichtig, Regenerationsphasen einzubauen, damit sich der Stimmapparat erholt und ich auch korperlich und mental auf die nachsten Aufgaben optimal vorbereitet bin.

ETERI LAMORIS

Bereits im Alter von 21 Jahren wurden Sie als „eine der zehn besten Stimmen weltweit“ im OPERALIA World Opera Wettbewerb gefeiert und gemeinsam mit Jose Cura mit dem „Publikumspreis“ von Wien ausgezeichnet, 1995 wurden Sie in internationalen Medien als neue Perle der Opernwelt genannt. Wie geht man mit diesen Vorgaben um?

Die stimmliche Ausbildung ist Basis jeder Qualitat eines Sangers, vor allem auf langere Sicht gesehen. Leider ist es immer wieder so, dass junge Sanger und Sangerinnen kurzfristig verheizt werden, weil sie sich auf Rollen einlassen, fur die ihre Stimme noch nicht reif genug ist, und sie vor allem neben ihren laufenden Tatigkeiten nicht die notwendige Weiterbildung betreiben. Ich versuche hier, wirklich konsequent einen Weg zu gehen, der mir die Qualitat und die Weiterentwicklung meiner Stimme sichert. Ich bin das nicht nur mir schuldig, sondern vor allem auch jenen, die im Auditorium sitzen und die durch das Kaufen von Tickets den Opernbetrieb letztendlich uberhaupt moglich machen.

Wo befindet sich Eteri Lamoris derzeit auf ihrem Karriereweg? Was sind Ihre momentanen Aufgaben?

In diesem Jahr habe ich schon wunderbare Produktionen gesungen. Im Teatro dell’Opera di Roma unter Nello Santi „I Capuleti e i Montecchi“, in der Hartford Opera “Lucia di Lammermoor”, in Neapel im Teatro San Carlo “La Bohème” und in Florenz “La Traviata” in einer Zeffirelli- Produktion. Im Oktober singe ich beim XVIII Internacional Music Festival of Macau “Roméo et Juliette“ sowie im Konzert Mendelssohns 2. Symphonie. Nach Vorstellungen von „La Traviata“ in italienischen Operhäusern bin ich dann an der Los Angeles Opera, wo ich „La Bohème“ singen werde. Im Dezember und Januar geht es wieder nach Asien mit einer Produktion von „La Traviata“ unter der Regie von Marta Domingo - auf diese Arbeit freue ich mich besonders. In Frankreich bereite ich mich für eine „Lucia di Lammermoor“- Produktion in Angers und Nantes vor. Neben diesem Opernprogramm habe ich an der Produktion einer CD bei Preiser gearbeitet, die im November unter dem Titel „Virtuosissimo“ auf dem Markt erscheint. Es handelt sich um virtuose Arien, angefangen vom Barock bis zur Klassik (u. a. Händel, Gluck, Haydn, Bach, Mozart und Vivaldi), also eine differenziert gestaltete Einspielung musikalischer Perlen zweier Epochen, die trotz vieler Interpretationen immer noch recht fremd sind. Mit großer Intensität und zunehmend mehr setze ich mich mit dem Thema Lied und Konzertgesang auseinander. Es bietet ein großes Gestaltungspotential persönlicher Interpretation und Individualität.

ETERI LAMORIS

Wohin gehen Ihre zukünftigen Pläne und Ihre zukünftige Entwicklung?

Mit Spannung und Intensität arbeite ich an der Entwicklung eines neuen Repertoires, wobei der Schwerpunkt nun bei Opern von Mozart, Rossini, Bellini, Donizetti und Gounod liegen wird. Hier gibt es schon sehr interessante Gespräche für meine Mitwirkung in verschiedenen Produktionen. Ich fühle mich sehr stark hingezogen zu diesem Fach. „Il Turco in Italia“, „Lucia di Lammermoor“, „Tancredi“, „Semiramide“, „I Puritani“, „Les Contes d’Hoffmann“ und die „Manon“ von Massenet sind Opern, die mich faszinieren und an denen ich arbeite und sie auch erfolgreich singe. Vor allem Manon ist ein Charakter, den ich darstellerisch sehr interessant finde, da diese Rolle eine schwer zu realisierende Mischung aus mädchenhaftkaprizöser Leichtigkeit, kurtisanenhaftem Hochmut und verzehrender Leidenschaft verlangt.

ETERI LAMORIS

Welche Veränderungen an der Oper sehen Sie?

Unlängst hat mir in einer Diskussion ein Ehepaar gesagt, es sei so begeistert, auf der Bühne junge, gutaussehende Sänger mit wunderbaren Stimmen gesehen und gehört zu haben. Es hat dies als sehr positive Entwicklung bemerkt. Eine weitere intensive Thematik ist die der modernen Regie, des modernen Regietheaters. Viele der neuen Regie-Aspekte finde ich hervorragend, weil sie die Weiterentwicklung der Oper ermöglichen, manche sind etwas überzogen. Es werden sich auch hier einige Veränderungen auftun. Wir Sänger sind hier insofern sehr oft betroffen, weil die Regie auf die Gesangsfragen oftmals nicht die notwendige Rücksicht nimmt. Das Thema des Regietheaters wird natürlich intensiv diskutiert, aber es gibt eine klare Einstellung - die Weiterentwicklung ist ein wichtiger Aspekt, auch in der Oper; verstaubte Produktionen sprechen nicht mehr an. Nun öffnet sich die Frage: Was ist modern? Ich glaube, das ist nicht die Hauptfrage, sondern die nach der Ästhetik und der Unverwechselbarkeit der Musik und des Textes. Hier darf es keine Entstellung geben, die musikalische und gesangliche Qualität darf nicht zerstört werden, sondern im Gegenteil, sie soll durch die Regie optimiert werden.

Wie geht es Ihnen eigentlich bei der Erarbeitung einer Rolle bis hin zur Premiere? Ist es eine sehr aufregende, eine sehr nervenaufreibende Zeitspanne?

Das ist eine gute Frage, und es ist jedes Mal ein ungeheuer spannendes Erlebnis. Es ist eine Mischung, in der man beginnt, sich mit den Texten, mit der Rolle, mit den Partituren auseinanderzusetzen, das führt weiter über die Erarbeitung der Partie unter Begleitung eines professionellen Korrepetitors bis hin zu den Orchesterproben und zur Premiere. Sukzessive baut sich dabei auch das ungeheure Spannungsverhältnis auf, einerseits mit der Rolle selber, mit den Kollegen, mit denen man arbeitet, mit der Regie, mit der Musik, aber auch mit den Fragen: Wird die Produktion erfolgreich? Werde ich auch die an mich gesetzten Erwartungen erfüllen können? Diese Fragen stellen sich mir persönlich, aber natürlich auch nach außen hin, und das wechselt dann kurz vor der Premiere eigentlich in eine sehr starke Ungeduld, endlich, endlich sozusagen die Arbeit auf der Bühne umzusetzen. Die letzten Stunden vor einer Premiere sind wirklich oft erleichternd und gleichzeitig aufregend, weil ich eigentlich das Gefühl habe, ich möchte jetzt schon auf der Bühne stehen und singen. Dieses Leben, das also sehr spannend ist, ist natürlich manchmal, nicht nur für mich selber, auch für meine Familie anstrengend. Zur Disziplin gehört auch die Frage der Ruhepausen, sich in den privaten Bereich zurückzuziehen, kein Besuch von Lokalen, in denen geraucht wird und ähnliches mehr. Aber das ist einfach ein Bestandteil, den ich gerne akzeptiere, weil ich den Beruf der Sängerin als meinen Lebensberuf erkannt und gewählt habe. Auch mein Familien- und Freundeskreis kann das sehr akzeptieren, was die Nervosität vor Aufführungen betrifft, sind sie natürlich manchmal schon sehr gefordert.